Rehabilitation

Viele psychisch kranke Menschen haben eine oft langjährige Laufbahn als Patient in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus hinter sich. Solche dauerhaften Klinikaufenthalte haben natürlich Folgen. Der Alltag “draußen” nach der Entlassung wird zunächst angstvoll erlebt. Schließlich war während des Aufenthalts in der Psychiatrie alles festgelegt und geregelt, und das Leben außerhalb wurde kaum wahrgenommen.

Angst vor dem alltäglichen Leben und seinen Anforderungen kennen auch solche Patienten, die nie in der Psychiatrie waren, aber tagtäglich mit den Folgen ihrer Krankheit zu kämpfen haben.  Die psychische Krankheit hindert manchen Menschen an den scheinbar einfachsten Dingen. Plötzlich werden die geringsten Erfordernisse zum größten Problem – wie am Morgen aufzustehen, die Wohnung zu verlassen, zu essen, zu arbeiten oder mit anderen Menschen zu sprechen. Was früher, vor der Erkrankung, selbstverständlich war, funktioniert dann nicht mehr.

Die Ziele der medizinischen Rehabilitation in unserer Einrichtung sind Heilung, Besserung oder Verhütung der Verschlimmerung von psychischen Erkrankungen und die soziale und berufliche Integration der Patienten.

Um diese Behandlungsziele zu erreichen, kommt ein großes Spektrum von Maßnahmen zur Anwendung. Neben der medizinischen und psychotherapeutischen Betreuung werden edukative, stabilisierende und trainierende Leistungen angeboten. 

Nach ausreichender medizinischer Stabilisierung können die Patienten somit auch auf die berufliche Rehabilitation vorbereitet werden.

Informationsfilm des Vereins Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation psychisch kranker Menschen (BAG RPK e.V.):

Hier geht es zum Therapieprozess.

So unterschiedlich, wie der bisherige Lebenslauf und die persönlichen Voraussetzungen eines Patienten sind, so speziell sollte auch der jeweilige Rehabilitationsverlauf sein. 
Deshalb sind Unterschiede in der Therapie im Club Handicap durchaus beabsichtigt und möglich.
Für alle Patienten gilt aber, dass die Behandlung üblicherweise 9 bis 12 Monate dauert und sich grob in drei Abschnitte unterteilt:

I. Phase:

In der ersten Phase liegt der Schwerpunkt zunächst auf einer Feststellung der Fähigkeiten des jeweiligen Patienten. 
Auf dieser Grundlage wird ein Rehabilitationsplan erstellt, der alle wesentlichen medizinischen und sozialen Gesichtspunkte und Maßnahmen der Therapie berücksichtigt. 
Selbstverständlich wird er regelmäßig überprüft, der seelischen Entwicklung des Patienten angepasst und dabei allmählich gesteigert. Fortlaufende therapeutische Begleitung und Korrekturen sind in dieser Phase vorgesehen. 

II. Phase:

In der zweiten Phase erfolgen Arbeits- und Berufspraktika, die in ständiger Abstimmung mit kooperierenden Trägern, mit ausgesuchten Arbeitgebern in der Region und den darauf spezialisierten Werkstätten realisiert werden.

III. Phase:

In der dritten Phase wird unter Berücksichtigung der psychischen Belastbarkeit die Arbeitsfähigkeit der Patienten geprüft und trainiert. Die dabei auftretenden medizinischen Befunde werden sorgfältig dokumentiert und bearbeitet. Die Belastungsanforderungen werden so gesteigert, dass die Leistungsfähigkeit des Patienten so schnell wie möglich klar wird. Dann kann entschieden werden, ob eine berufliche Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt möglich ist oder eine Beschäftigung auf dem beschützten Arbeitsmarkt (Werkstätten für Behinderte etc.) als Weiterführung der Rehabilitation realisiert wird. Die Maßnahmen werden entweder in der Rehabilitationseinrichtung selbst oder bei kooperierenden Trägern wie z.B. Berufstrainingszentrum Dortmund, Berufsförderungswerk Hamm, in Werkstätten für psychisch behinderte Menschen oder in Industrie- und Handwerksbetrieben in der Region, durchgeführt.

Die letzte Phase dient der Ablösung aus der Einrichtung und der Beurteilung des Erreichten. Hier wird psychotherapeutisch der Fokus auf die Zukunftsplanung und weitere psychische Stabilisierung gerichtet. Hierzu gehört auch die Formulierung begründeter Empfehlungen, aus denen ersichtlich wird, welche weiteren Schritte für die berufliche und soziale Integration notwendig sind. Sollte eine Nachbetreuung durch andere Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung in der Region erforderlich sein, wird dies entsprechend geplant und vorbereitet.

Die Dauer der Maßnahme richtet sich nach den im Einzelfall vorhandenen Voraussetzungen. Die daher flexible Dauer der stationären Maßnahme  beträgt 6 – 9 Monate, ausnahmsweise bis zu 12 Monaten. 

Vor der Aufnahme in den Club Handicap finden ausführliche Gespräche mit den Patienten, den Vertretern der vermittelnden Stelle und den Mitarbeitern des Handicap-Teams statt.

Dabei wird geklärt, ob die wichtigste Voraussetzung für eine Aufnahme besteht: 

Die Bereitschaft des Patienten, gesund zu werden.

Unsere Patienten sollen in der Lage sein, aktiv an den Therapiemaßnahmen teilzunehmen und nach Abschluss der Rehabilitation ein möglichst eigenständiges Leben zu führen. Außerdem muss ein ärztliches Gutachten vorliegen.

Das Team des Club Handicap besteht aus multiprofessionellen Mitarbeitern. Eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sporttherapeutisches Fachpersonal, Pflegepersonal, Ergotherapeuten und Sozialarbeiter planen und verwirklichen gemeinsam die einzelnen Rehabilitationsschritte.

Die daraus resultierenden Behandlungspläne richten sich dabei stets nach den persönlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Patienten. Das bedeutet, dass sie in Absprache mit dem Patienten entwickelt werden und dass bei jeder Form der Therapie berücksichtigt wird, welche Lebenserfahrungen der Einzelne bisher gemacht hat.

Unsere Mitarbeiter helfen auch bei der Erstellung der Anträge bei dem zuständigen Kostenträger, damit die Maßnahme möglichst zeitnah beginnen kann.

Sie können sich hier, wenn Sie möchten, vorab unseren Bewerbungsbogen als PDF-Datei herunterladen, um diese dann schon ausgefüllt bei einem Vorstellungsgespräch mitzubringen:

Bewerbungsbogen als PDF

Präambel

Unser Leitbild beschreibt das Wesentliche, was den Club Handicap e.V. als Einrichtung ausmacht und was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unserer Einrichtung verbindet. 

Das Leitbild drückt Realität und Anspruch zugleich aus. 

Es verbindet die in der Vergangenheit gewachsene Tradition, die heute gelebte Wirklichkeit und die für die Zukunft gewollte Entwicklung. 

Es hat damit den Charakter eines Grundgesetzes und ist verbindliche Grundlage der Arbeit im Club Handicap e.V. Auf das Leitbild kann sich jedes Mitglied der Einrichtung berufen; Vorstand und Mitarbeiterschaft haben es gemeinsam erarbeitet.

Selbstverständnis

Seit 1980 haben wir uns zu einem modernen und zukunftsorientierten Dienstleistungsunternehmen im Gesundheitswesen entwickelt. Die primäre Aufgabe ist dabei, psychische erkrankte Menschen medizinisch zu rehabilitieren.

Im Mittelpunkt unseres Handelns steht der Mensch, unabhängig von gesellschaftlicher, religiöser und ethnischer Zugehörigkeit.

Respekt, Einfühlungsvermögen, Klarheit und Ehrlichkeit sind selbstverständliche Werte in unserer therapeutischen Arbeit.

Unsere Ziele und Leistungen stellen wir in der Öffentlichkeit dar.

Werteorientierung

Wir gehen vertrauensvoll und wertschätzend miteinander um. Jede Mitarbeiterin / jeder Mitarbeiter trägt mit seinen individuellen Fähigkeiten, als auch mit seinem positiven Auftreten am Erscheinungsbild und der Außendarstellung der Einrichtung bei.

Alle Beschäftigten übernehmen die Verantwortung für ihre Aufgaben und Aussagen.

Die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter des Club Handicap sind im hohen Maße motiviert und identifizieren mit der Einrichtung.

Kommunikation

Wir gehen fair und respektvoll miteinander um.

Anregungen und Kritik werden offen angesprochen und Lösungen gemeinsam erarbeitet.

Patienten

Die Bedürfnisse und Wünsche unserer Patienten stehen im Zentrum unserer Arbeit.
Im Umgang mit den Patienten wahren wir Würde, Intimität und schützen das Vertrauensverhältnis. Auf Bedürfnisse unserer Patienten gehen wir individuell ein und fördern ihre Fähigkeiten im Sinne der ganzheitlichen Pflege.
Die Patienten und ihre Angehörigen werden aktiv in die Mitarbeit und Entscheidungsfindung mit einbezogen.
Wir arbeiten mit dem biopsychosozialen Modell. Damit soll ein ganzheitlicher Ansatz für Diagnostik und Therapie ermöglicht werden.

Ziele / Auftrag

Unser Ziel ist es, unsere Patienten bei der Bewältigung ihrer Probleme unter Berücksichtigung ihrer Ressourcen, aber auch ihrer persönlichen, familiären und beruflichen Bedingungen zu unterstützen. Dabei hat die Wiederherstellung bzw. der Erhalt der Erwerbsfähigkeit vorrangige Bedeutung, ebenso wie die Verhinderung nachfolgender Erkrankungsrisiken. Wichtig ist uns dabei, dass der Patient am gesellschaftlichen Leben langfristig teilhaben kann.

Qualität

Wir gewährleisten eine ganzheitliche Patientenversorgung auf der Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse und durch den Einsatz moderner Technik. Wir streben eine kontinuierliche Verbesserung an, hierzu trägt insbesondere unser multiprofessionelles Team bei.

Wir legen einen hohen Wert auf die Fort- und Weiterbildung, damit wir auf dem aktuellen Stand sind. Unseren hohen Qualitätsstandard erreichen wir durch klare Zuständigkeiten, leistungsorientierte und wirtschaftliche Betriebsführung und eine strukturierte Kommunikation.

Ökologie

Der Betrieb unserer Einrichtung erfolgt nach ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. Unsere Kompetenz und unser Sachverstand bringen wir auch durch Beratung und Informationen für gesundheitsbewusstes Verhalten ein.